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Warum fühlt sich gefliester Boden kalt an?

Divero FliesenDer Fliesenboden hält sich seit Jahren in den Haushalten als einer der großen Favoriten. Gerade in der Küche und im Badezimmer geht kaum etwas über die „Kacheln“ auf dem Boden. In der Tat sind die Fliesen vielen anderen Bodenbelägen in einigen Punkten voraus. So sind sie extrem robust und pflegeleicht. Sie haben aber auch einen entscheidenden Nachteil: Sie fühlen sich, wenn keine Fußbodenheizung darunter liegt, kalt an. Doch warum ist das so? Wir sind der Frage auf den Grund gegangen.

Die Fliese hat keine Schuld!

Warum fühlt sich gefliester Boden kalt an?Wenn es darum geht, welcher Bodenbelag in einem Wohnraum verlegt wird, fällt die Entscheidung nur recht selten auf Fliesen. Bodenfliesen werden meistens nur in Funktionsräumen verarbeitet. Doch die Fliese an sich ist für den vermeintlich kalten Boden gar nicht verantwortlich. Die Ursache für das kühlere Empfinden liegt im menschlichen Körper – in den individuellen Sinneszellen:

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  1. Im menschlichen Körper gibt es unzählige Sinneszellen. Diese Sinneszellen sind dafür verantwortlich, dass wir etwas als kalt oder warm empfinden oder etwas für uns weich oder kratzig wirkt.
  2. Die Sinneszellen sitzen ausschließlich im Unterhautgewebe. Diese winzig kleinen Punkte verteilen sich sehr unregelmäßig. Es gibt Körperpartien, bei denen deutlich mehr Sinneszellen vorhanden sind als bei anderen.
  3. Unsere Sinneszellen werden immer dann aktiv, wenn die hier vorhandenen Wärmesensoren spüren, dass die Temperatur die Marke von 37 Grad Celsius geknackt hat. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang, denn eine geringere Temperatur stellt eine enorme Gefahr für die Organe dar.
  4. Wird barfuß über den Fliesenboden gelaufen, signalisieren also die Wärmesensoren des Körpers lediglich, dass der Boden kälter ist als 37 Grad Celsius. Tatsächlich haben aber die Fliesen die gleiche Oberflächentemperatur wie beispielsweise die Holzmöbel in Küche oder Badezimmer.

Fliesen geben Wärme schneller ab

Fliesen und Stein gehören zu den Materialien, die sehr schnell Wärme weiterleiten oder auch abgeben. Das heißt: Wenn Sie barfuß über die Fliesen laufen, gibt Ihr Fuß Körperwärme ab, damit die Sinneszellen zum Beispiel erkennen, um welches Material es sich handelt. Die Fliesen geben diese Wärme sehr schnell weiter, sie geht schneller verloren als bei einem Holzboden. Dadurch erweckt der Boden für die Sinneszellen den Eindruck, dass er kalt ist. Über die Fliesen geht also viel Körperwärme verloren, während Holz diese zumindest zum Teil aufnehmen kann, wodurch der Eindruck entsteht, dass ein Dielenboden eben wärmer ist als die Fliesen.

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Nicht nur im Wohnraum spürbar
Das Phänomen des kalten Untergrunds ist nicht nur im Wohnraum anzutreffen. Unsere Vorfahren begegneten diesem bereits beim Sitzen auf einem Steinboden. Der Steinboden gibt die Körperwärme sehr schnell weiter, wodurch der Eindruck entsteht, dass er ebenso besonders kalt ist, während der Rasen und der Holzstamm als deutlich angenehmer wahrgenommen werden.

Tipps gegen vermeintlich kalte Fliesen

Der vermeintlich kalte Boden ist aber kein Grund, um generell auf Fliesen zu verzichten und stattdessen beispielsweise Laminat oder auch Dielen zu wählen. Noch immer bieten die Fliesen tatsächlich viele Vorteile, die in dieser Form bei keinem anderen Bodenbelag zu finden sind:

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Die Vor- und Nachteile von Fliesen

  • sehr pflegeleicht
  • sehr hygienischer Bodenbelag
  • hält verschiedenen starken Belastungen stand
  • sieht lange ansprechend aus
  • vielseitig einsetzbar
  • lässt sich mit Fußbodenheizung kombinieren
  • Erneuerung ist aufwendig
  • in Fugen sammelt sich gern Schmutz

Es gibt einige Tipps, wie Sie die unangenehm kalten Füße vermeiden können:

  • Gerade im Badezimmer sind kalte Füße natürlich sehr unangenehm. Wenn Sie Ihr Badezimmer sanieren oder Sie sich in der Hausplanung befinden, bietet es sich an, den Fliesenboden mit einer Fußbodenheizung zu kombinieren. Hier gibt es auch Lösungen, die sich nur in einzelnen Räumen nachrüsten lassen und dadurch besonders komfortabel sind.
  • Tragen Sie am besten Hausschuhe. Die Hausschuhe verhindern, dass die Füße zu viel Wärme abgeben. Dadurch spielt der Bodenbelag keine Rolle mehr.
  • Auch dicke Socken sorgen dafür, dass Sie an den Füßen nicht frieren, wenn sie auf den Fliesen stehen. Achten Sie hier aber auf die Rutschgefahr.
  • Im Badezimmer bietet sich gerade vor Dusche und Badewanne der Einsatz eines Badteppichs an. Diese kompakten Teppiche sind ausgesprochen handlich und pflegeleicht. Wenn Sie barfuß aus der Dusche steigern, verhindern die weichen Teppiche, dass Sie an den Füßen frieren.
  • Auch in der Küche oder Diele können Sie auf so einen zusätzlichen Bodenbelag achten. In diesem Fall bieten sich Kurzflor-Läufer an. Diese sind ebenso besonders pflegeleicht und langlebig.

Wie wirken sich Fliesen allgemein auf das Raumklima aus?

Grundsätzlich unterscheiden sich Fliesenböden nicht nur durch das Wärmeempfinden von anderen Bodenbelägen, sondern auch durch Merkmale wie die Schallübertragung und die Trittelastizität. Dadurch nehmen sie aktiv Einfluss auf den Wohnkomfort und das Raumklima. Nicht in allen Punkten schneiden die Fliesen als Bodenbelag dabei wirklich gut ab.

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Achtung: Bei der Trittelastizität beispielsweise zeigt der Fliesenboden deutliche Schwächen. Aufgrund der Materialfestigkeit und der Oberfläche ist der Boden nicht so elastisch wie es beispielsweise bei Kork der Fall ist. Für die Gelenke entsteht dadurch eine höhere Belastung. Gerade im industriellen Bereich ist das oft problematisch, sodass hier gern zusätzliche Bodenbedeckungen verwendet werden.

Ein weiterer Punkt, in dem sich Fliesen nicht immer positiv auf das Raumklima auswirken, ist die Schallübertragung. Sämtliche Hartböden sind dafür bekannt, dass sie gewisse Schwächen bei den akustischen Eigenschaften mitbringen. Raumschall und Trittschall sind bei Fliesen ähnlich wie bei Laminat und auch Parkett einer der entscheidenden Nachteile, denn sie werden in spürbarer Form übertragen. Gerade in Wohnräumen, insbesondere in Ruheräumen kann das als störend wahrgenommen werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie diesen Nachteilen bei der Akustik bei einem Fliesenboden vorgebeugt werden kann. So gibt es eine spezielle Schallschutz-Entkoppelung oder auch eine Trittschalldämmung, die hier vor der Verlegung der Fliesen in den Raum integriert werden kann.

Früher wurden Fliesen auch aufgrund des Designs gern als kalt beschrieben, was insbesondere zu Lasten des Komforts ging, der mit dem Bodenbelag verbunden war. Mittlerweile hat sich hier aber einiges getan und die Hersteller haben die Wünsche der Verbraucher erkannt. Heute sind die Designs viel wärmer und erinnern teilweise an die Holzböden. So arbeiten die Hersteller mit typischen Holzmaserungen als Design. Auch warme Farben wie Orange- und diverse Sandtöne sind sehr beliebt und haben ihren Platz gefunden. Bereits durch die Wahl der Farbe kann die Gesamtwirkung der Fliesen im Raum erheblich verbessert werden. Fliesen bieten zudem den Vorteil, dass sie sich immer wieder mit anderen Bodenbelägen kombinieren lassen.

Bildnachweise: Adobe Stock / Sasenki, Amazon/ Divero

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