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Die richtige Grundierung für Fliesen

Larondo FliesenVor dem Fliesenlegen ist es wichtig, die richtigen Voraussetzungen für die neuen Fliesen zu schaffen. Mittels der Grundierung haften nicht nur die Fliesen besser, sie sorgt gleichzeitig auch dafür, dass man möglichst lange etwas von ihnen hat. Ob diese überhaupt erforderlich ist, welche Tests man unternehmen kann und wie man die Grundierung korrekt aufbringt, haben wir nachfolgend einmal für Sie zusammengefasst. Wir erläutern außerdem für Sie, dass es nicht nur eine einzige Grundierung für den Unterboden gibt und erklären Ihnen wie Sie die richtige finden.

Warum der Einsatz einer Grundierung sinnvoll ist

Die richtige Grundierung für FliesenInnerhalb Deutschlands wohnen viele Menschen nach wie vor in Altbauten, deren Böden häufig Unebenheiten und Wellen aufweisen. Um diese zu glätten, ist jedoch einiges an Arbeit erforderlich.

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Der alte Boden muss nicht nur zuerst abgetragen werden, es wird auch eine Grundierung fällig. Die Arbeit lohnt sich jedoch. Denn im Regelfall werden einige der Bodenwellen und Unebenheiten durch die Überarbeitung ausgeglichen.

Einige Böden, beispielsweise Gips, sind außerdem sehr saugfähig. Sie entziehen dem Fliesenkleber die Feuchtigkeit. Das sorgt dafür, dass die neuen Fliesen nicht gut haften. Deshalb sollten Sie bei der Renovierung nicht auf die Grundierung verzichten.

So können Sie den Boden im Vorfeld prüfen

Bevor Sie sich mit der Grundierung beschäftigen, ist es wichtig, den Boden auf verschiedene Eigenschaften zu überprüfen. Hierfür werden verschiedene Tests empfohlen:

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  • Ritzprobe: Sie verrät, ob der Boden überhaupt für Fliesen ausgelegt ist. Ritzen Sie hierfür einfach den Boden an. Je tiefer die Ritze, desto geringer fällt auch die Tragfähigkeit aus.
  • Unternehmen Sie eine Wasserprobe, indem Sie mit einem Pinsel Wasser auf dem Boden verstreichen. Zieht dieses sehr schnell ein, ist eine Grundierung unabdingbar. Manche Böden saugen mehr, andere weniger Wasser. Für jeden Typen gibt es die geeignete Grundierung.
  • Überprüfen Sie, ob der Boden mit einem kreidigen Anstrich versehen ist. Dieser muss vor der Grundierung abgewaschen, oder schlimmstenfalls abgetragen werden.
  • Ist der Boden gestrichen, machen Sie die Klebebandprobe. Hierzu kleben Sie einfach ein Stück Klebeband auf den Boden und ziehen dieses wieder ab. Bleiben Partikel der Farbe kleben, muss der Anstrich zunächst entfernt werden.

Haben Sie sämtliche Vorkehrungen getroffen, geht es als nächstes darum, den Boden richtig vorzubehandeln.

Die Reinigung des Bodens

Bevor jegliche Haftgründe, Grundierung, oder aber der Fliesenkleber auf den Boden gelangen, sollte dieser gründlich gereinigt werden. Bei sämtlichen Materialien ist es demnach wichtig, dass der Boden staub- und fettfreie ist. Demnach sollten auch sämtliche Altlasten von älteren Böden entfernt werden.

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Die Grundierung mit Tiefgrund

Generell empfiehlt es sich, nun einen Tiefgrund aufzutragen. Dieser gewährleistet, dass die Ausgleichsmasse danach sehr gut haftet und somit die optimalen Voraussetzungen für die Fliesen geschaffen werden. Hierbei gilt es zu beachten, dass:

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  • mineralische saugende Untergründe nur mit einem lösemittelfreien Tiefgrund vorbehandelt werden. Zu derlei Böden gehören Materialien wie Gipskarton, Gipsfaserplatten, Anhydritestriche, Kalk- oder Zementputz, Gasbeton oder Zementestrich.
  • sandige oder kreidige Untergründe mit einem lösemittelhaltigen Tiefgrund vorbehandelt werden können.

Selbst wenn Sie danach keine Ausgleichsmasse verwenden und sofort zum Fliesenkleber übergehen, lohnt sich dieser Schritt, weil die unterschiedlichen Materialien so viel besser zusammenarbeiten.

Die Wahl der korrekten Ausgleichsmasse

Wenn es auf dem Boden leichte Wellen gibt, oder aber Löcher, die man ausgleichen möchte, ist der Einsatz einer Ausgleichsmasse empfehlenswert. Zwar wird die Verwendung dieser hauptsächlich dann empfohlen, wenn es darum geht, Parkett zu verlegen, doch auch für Fliesen schafft sie die besten Voraussetzungen.

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Bei der Besorgung ist es für Sie wichtig zu wissen, wo die Fliesen verlegt werden sollen: Handelt es sich um einen Innen- oder Außenbereich? Denn für die unterschiedlichen Bereiche gibt es jeweils eine spezielle Ausgleichsmasse. Baumärkte bieten die folgenden Produkte an:

  • Fußbodenausgleichsmasse
  • Holzdielenausgleichsmasse
  • Leichtspachtelmasse

Wichtige Vorkehrungen vor dem Auftrag

Zwischen Wand und Boden sollten Sie im Vorfeld Platzhalter anbringen. Diese sorgen dafür, dass es nicht zu Randeinspannungen kommt. Hierfür setzen Sie idealerweise Randdämmstreifen ein. Diese können Sie auf die passende Größe zuschneiden und mit doppelseitigem Klebeband an der Wand befestigen.

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Achtung! Außerdem sollten Sie für die richtigen Umgebungsbedingungen sorgen, damit die Masse gut durchtrocknet. Um optimale Voraussetzungen zu schaffen, wird eine Luftfeuchtigkeit von 65 Prozent empfohlen, bei einer Temperatur von 20 Grad Celsius.

Überprüfen Sie daher:

  • Zugluftquellen: Selbst wenn sämtliche Fenster und Türen geschlossen sind, gibt es noch immer die Möglichkeit, dass Zugluft in das Zimmer dringt. Zünden Sie eine Kerze an und prüfen Sie, ob es undichte Fenster oder Türen gibt.
  • Temperatur: Ein Thermometer ist hierfür das richtige Werkzeug. Um eine konstante Temperatur zu halten, können Sie entweder die Heizung einschalten, oder aber regelmäßig das Zimmer lüften. Wie Sie am besten vorgehen, hängt auch immer ein wenig mit der aktuellen Jahreszeit zusammen.
  • Luftfeuchtigkeit: Zur Messung empfiehlt sich ein Haarhygrometer, oder wahlweise ein elektrischer Hygrometer. Die Luftfeuchtigkeit lässt sich absenken, indem Sie zwischenzeitlich lüften, oder mit Salz in Schalen arbeiten. Salz zieht für gewöhnlich Feuchtigkeit an. Ist die Luftfeuchtigkeit hingegen zu niedrig, lässt sich diese mit der Hilfe von Pflanzen schaffen.

Diese Vorkehrungen sind unerlässlich und können das Ergebnis Ihrer Arbeiten maßgeblich beeinflussen.

Ausgleichsmasse anrühren und verteilen

Rühren Sie die Ausgleichsmasse stets nach der Anleitung des Herstellers zusammen. Nutzen Sie hierfür ein Gefäß, das groß genug ist und eine Bohrmaschine, die mit einem passenden Rührquirl ausgestattet ist. Verwenden Sie ausschließlich sauberes Wasser beim Anrühren, damit Sie die besten Ergebnisse erzielen. Die Masse sollte zum Schluss noch relativ flüssig sein.

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Anschließend gießen Sie die Masse auf den Boden und verteilen sie mit einem Gummiwischer. Alternativ können Sie auch eine Glättkelle verwenden. Diese Werkzeuge gewährleisten, dass sich die Masse gleichmäßig verteilt. Die Dicke sollte, je nach späterem Verwendungszweck, zwischen drei und zehn Millimeter betragen.

Achtung! Je nachdem, wie dick die Schicht ist und auf welchem Untergrund sie sich befindet, muss sie nun für mehrere Stunden oder gar Tage trocknen. Wie lange der Trocknungsvorgang dauert, entnehmen Sie am besten der Verpackung.

Ist die Ausgleichsmasse gut durchgetrocknet, können Sie im nächsten Schritt mit dem Verlegen der Fliesen beginnen.

Thema Kellerräume – Estrich ist eine Alternative

Wenn Sie einen Kellerboden erneuern möchten, besteht unter gewissen Voraussetzungen auch die Möglichkeit, Estrich zu verwenden, statt auf Ausgleichsmasse zurückzugreifen. Beide Varianten bringen dabei Vor- und Nachteile mit sich:

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Material Vorteile Nachteile
Ausgleichsmasse
  • ideal für niedrige Räume
  • Gesamthöhe wird nicht beeinträchtigt
  • trocknet relativ schnell
  • etwas kostspieliger
Estrich
  • punktet mit Widerstandsfähigkeit und hoher Festigkeit
  • geringer Verschleiß
  • hohe Resistenz gegen Nässe und Kälte
  • lange Trocknungsdauer (bis zu 30 Tage)
  • je nach Umgebungsbedingungen entstehen beim Trocknen kleine Risse

Insgesamt empfehlen sogar Handwerker ihres Fachs die Nutzung von Ausgleichsmasse. Nicht nur, weil sie sich in vielen Fällen besser verarbeiten lässt, sondern sie auch schneller trocknet.

Bildnachweise: Adobe Stock / andrey gonchar, Amazon/ Larondo

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